Das Wichtigste in Kürze
- Abschluss: dipl. Ernährungscoach (privates Schuldiplom, kein eidgenössischer Abschluss, nach EMR-Richtlinien für die Methode Ernährungsberatung)
- Für wen: Menschen, die gesunde Kund:innen in Ernährungsfragen begleiten und ihr Ernährungswissen bis zur Sporternährung erweitern wollen
- Dauer und Format: 272 Lernstunden Präsenzunterricht (630 Lernstunden total), ca. 6 Monate (2-tägige Variante) oder ca. 10 Monate (1-tägige Variante), berufsbegleitend in Bern, Rapperswil und Zürich
- Kosten: CHF 9’138 total (Ausbildung CHF 7’888, Examen CHF 950, Einschreibegebühr CHF 300), monatliche Studiengebühr CHF 657.35 bei 12 Raten, exklusive Einschreibegebühren und Examenskosten
- Die häufige Fehlannahme: Ernährungscoach ist kein geschützter, eidgenössischer Titel, sondern ein Diplom, das auf der Ernährungsberater:in aufbaut und um Sporternährung erweitert
Viele glauben, Ernährungscoach und Ernährungsberater:in seien dasselbe oder Ernährungscoach sei ein geschützter, staatlich geregelter Beruf. Beides stimmt so nicht. Der Lehrgang dipl. Ernährungscoach baut auf der Zertifikatsausbildung zur Ernährungsberater:in auf und erweitert sie gezielt um Sporternährung und vertiefte medizinische Grundlagen. Der Abschluss ist ein privates Schuldiplom, das nach den Richtlinien des EMR aufgebaut ist.
Ich erkläre Ihnen auf dieser Seite, was dipl. Ernährungscoaches im Alltag tun, was die Ausbildung bei der Prävensana umfasst, wie lange sie dauert, was sie kostet und welche Wege Ihnen danach offenstehen.
Themenübersicht
- Der Beruf: was dipl. Ernährungscoaches tun
- Inhalte: was Sie in der Ausbildung lernen
- Dauer, Aufbau und Standorte
- Voraussetzungen und Einstieg
- Kosten und Finanzierung
- EMR und Krankenkassenregistrierung
- Anschluss: wohin es nach dem Diplom geht
- Lehrgänge & Anschlussmöglichkeiten
- Häufige Fragen
- Nächste Schritte
Der Beruf: was dipl. Ernährungscoaches tun
Als dipl. Ernährungscoach beraten Sie gesunde Personen in Ernährungsfragen, in der ganzen Schweiz und ohne kantonale Praxisbewilligung. Sie begleiten Kund:innen dabei, ihre Essgewohnheiten nachhaltig zu verändern, ihr Gewicht zu managen, sich in Lebensphasen wie Schwangerschaft oder im Alter zu orientieren und sich sportgerecht zu ernähren. Ihre Arbeit ist beratend, nicht behandelnd.
Die Abgrenzung ist klar geregelt: Personen mit Krankheiten gehören in ärztliche Betreuung. Sie dürfen solche Menschen im Kontext der Gesundheitsförderung in der Ernährung beraten, nicht aber Krankheiten behandeln. Auch Werbung ist nur für die Beratung zur Gesundheitsförderung erlaubt, nicht für eine Krankheitsbehandlung.
Beschäftigt sind dipl. Ernährungscoaches in verschiedenen Gesundheitsinstitutionen oder selbstständig in der eigenen Praxis. Wer Freude an Ernährung mit dem Wunsch verbindet, mit Menschen an deren Gesundheit zu arbeiten, findet hier ein sinnstiftendes Berufsfeld.
Inhalte: was Sie in der Ausbildung lernen
Die Ausbildung ruht auf zwei Säulen: medizinische Grundlagen und Ernährung. Beide werden so verknüpft, dass Sie in der Beratung physiologisch fundiert argumentieren statt nur Tipps weiterzugeben.
In den Modulen Medizinische Grundlagen 1 bis 6 erarbeiten Sie sich Anatomie, Physiologie, Stoffwechsel und die für die Ernährungsberatung relevanten pathologischen Grundlagen. Darauf bauen die Ernährungsmodule auf:
- Ernährungslehre: Makronährstoffe, Wasser, die Schweizerische Lebensmittelpyramide und Prävention durch Bewegung und Ernährung.
- Gewichtsmanagement: Regulation der Nahrungsaufnahme, Begleitung von Menschen mit Über- und Untergewicht, Prävention.
- Lebensmittelqualität: E-Nummern, Deklaration, Labels, Functional und Convenience Food, Beurteilung von Lebensmittelgruppen.
- Ernährung in verschiedenen Lebensphasen: von Schwangerschaft und Stillzeit über das Säuglings- und Jugendalter bis ins hohe Alter, vegetarisch und vegan.
- Ernährungsberatung mit Fokus auf Nachhaltigkeit: Aufbau einer Beratung, Anamnese, Auswertung von Ernährungsplänen.
- Sporternährung: die zentrale Erweiterung gegenüber der Ernährungsberater:in, mit Energiebedarf, Makro- und Mikronährstoffen im Sport sowie Wettkampfernährung für ambitionierte Hobbysportler:innen.
Den Abschluss bildet eine Diplomarbeit. Erst mit bestandenen Prüfungen, erfüllter Anwesenheitspflicht und erfolgreich verfasster Diplomarbeit erhalten Sie das Diplom.
Dauer, Aufbau und Standorte
Sie wählen zwischen zwei Varianten, je nach verfügbarer Zeit pro Woche:
- 1-tägige Variante: ein Unterrichtstag pro Woche, Dauer ca. 10 Monate.
- 2-tägige Variante: zwei Unterrichtstage pro Woche, Dauer ca. 6 Monate.
Beide Varianten umfassen denselben Stoff: 272 Lernstunden Präsenzunterricht, 218 Lernstunden angeleitetes Selbststudium und 140 Lernstunden Selbstlernzeit, zusammen 630 Lernstunden. Der Unterricht findet jeweils von 8:30 bis 12:00 Uhr und von 13:00 bis 16:30 Uhr statt.
Die fixen Unterrichtstage erleichtern die Vereinbarkeit mit Beruf und Familie, weil Sie Ihren Wochenrhythmus konstant planen. Standorte sind Bern, Rapperswil und Zürich. Die Inhalte sind an allen Standorten identisch, Sie wählen nach Wohnort und Erreichbarkeit.
Voraussetzungen und Einstieg
In der Regel gelten für die Aufnahme folgende Voraussetzungen:
- vollendetes 18. Lebensjahr
- körperliche und geistige Gesundheit
- gute schriftliche und mündliche Deutschkenntnisse
- guter Leumund
- ein internetfähiges Gerät für die Lernplattform
Eine klassische berufliche Erstausbildung ist nicht vorgeschrieben. Inhaltlich knüpft der Ernährungscoach jedoch an die Ausbildung zur Zert. Ernährungsberater:in an. Wenn Sie noch keine Vorbildung im Ernährungsbereich mitbringen, klären Sie den sinnvollen Einstiegspunkt am besten persönlich. Häufig starten Quereinsteiger:innen mit dem Zertifikatslehrgang und schliessen direkt den Ernährungscoach an.
Der modulare Weg hat einen praktischen Vorteil: Sie erweitern Schritt für Schritt, behalten Ihren Job und prüfen nach jedem Abschnitt, ob die Richtung passt.
Kosten und Finanzierung
Die gesamten Ausbildungskosten betragen CHF 9’138. Sie setzen sich zusammen aus der Ausbildung (CHF 7’888), den Examenskosten (CHF 950) und der Einschreibegebühr (CHF 300). In diesem Investitionstotal sind Skripte, Unterrichtsmaterialien, Bücher, Prüfungsgebühren, der Unterricht und die Diplomarbeitsbewertung enthalten.
Als monatliche Studiengebühr weist Prävensana CHF 657.35 bei 12 Raten aus, exklusive Einschreibegebühren und Examenskosten. So bleibt die Ausbildung berufsbegleitend planbar, ohne eine grosse Einmalzahlung.
Wichtig für Ihre Planung: Der dipl. Ernährungscoach ist ein privates Schuldiplom, kein eidgenössischer Abschluss. Bundesbeiträge oder eine 50-Prozent-Rückerstattung des Bundes gibt es für diese Diplomausbildung nicht. Die Subjektfinanzierung des Bundes setzt eine eidgenössische Berufsprüfung oder höhere Fachprüfung voraus, die dieser Lehrgang nicht ist. Welche Finanzierungswege in Ihrer Situation sinnvoll sind und welche Konditionen aktuell gelten, schauen Sie am besten persönlich in der Bildungsberatung an.
EMR und Krankenkassenregistrierung
Die Ausbildung erfüllt die Anforderungen des EMR (ErfahrungsMedizinisches Register) für die Methode Ernährungsberatung. Nach dem Abschluss können Sie eine Krankenkassenregistrierung beantragen. Je nach Zusatzversicherung rechnen Ihre Kund:innen die Beratung dann ganz oder teilweise über ihre Krankenkasse ab.
Eine Registrierung ist aktiv zu beantragen, nicht automatisch. Für die EMR-Anerkennung benötigen Sie nach der Ausbildung zusätzlich 250 Stunden Beratungserfahrung, die Sie nicht an der Schule erarbeiten. Die genauen Voraussetzungen unterscheiden sich je nach Versicherer und stehen auf der EMR-Webseite.
Die EMR-Relevanz ist für viele Absolvent:innen ein praktisches Argument: Sie senkt für Kund:innen die Hemmschwelle, eine Beratung zu buchen.
Anschluss: wohin es nach dem Diplom geht
Der dipl. Ernährungscoach ist selten ein Endpunkt. Innert fünf Jahren nach Ihrem Abschluss rechnen Sie an der Prävensana bereits erbrachte Module an und sparen so Zeit und Kosten. Daran schliessen mehrere Wege an:
- Dipl. Ernährungsspezialist:in: die fachliche Vertiefung im Ernährungsbereich, mit Schwerpunkt Ernährungspsychologie.
- Naturheilpraktiker:in mit eidg. Diplom in Traditioneller Europäischer Naturheilkunde TEN, Professional Master: der ganzheitliche Weg in die Naturheilkunde, mit der Option auf eine höhere Fachprüfung.
- Dipl. Psychosoziale:r Berater:in mit Diplomabschluss: die Erweiterung in Richtung Beratung rund um Ess- und Verhaltensmuster.
Übrigens: Der modulare Aufbau lässt Sie bewusst entscheiden, in welche Richtung Sie sich vertiefen. Sie sammeln zuerst Beratungserfahrung, sehen, wo Ihre Stärken liegen, und investieren dann gezielt in die nächste Stufe.
Lehrgänge & Anschlussmöglichkeiten
dipl. Ernährungscoach
Die Ausbildung: 272 Lernstunden Präsenzunterricht (630 Lernstunden total), ca. 6 oder 10 Monate, berufsbegleitend. Sie beraten gesunde Kund:innen in Ernährungsfragen inklusive Sporternährung. Total CHF 9’138, monatliche Studiengebühr CHF 657.35 bei 12 Raten (exkl. Gebühren und Examenskosten).
Zert. Ernährungsberater:in
Der Einstieg: ca. 3 oder 5 Monate, berufsbegleitend. Die Grundausbildung im Ernährungsbereich, auf der der Ernährungscoach aufbaut.
Dipl. Ernährungsspezialist:in
Die Vertiefung: die nächste Diplomstufe nach dem Ernährungscoach, mit Schwerpunkt Ernährungspsychologie und individueller Beratung.
Häufige Fragen
Die Zertifikatsausbildung zur Ernährungsberater:in ist die Grundausbildung im Ernährungsbereich. Der dipl. Ernährungscoach baut darauf auf und vertieft die medizinischen Grundlagen sowie die Sporternährung. Beide Abschlüsse sind private Schuldiplome von der Prävensana, kein eidgenössischer Titel.
Eine berufliche Erstausbildung ist nicht vorgeschrieben. Inhaltlich knüpft der Ernährungscoach an die Ernährungsberater:in an. Ohne Vorbildung im Ernährungsbereich starten Sie in der Regel mit dem Zertifikatslehrgang und schliessen direkt den Ernährungscoach an. Den passenden Einstieg klären Sie in der Bildungsberatung.
Ja. Sie wählen zwischen einem Unterrichtstag pro Woche (ca. 10 Monate) und zwei Unterrichtstagen pro Woche (ca. 6 Monate). Der Unterricht liegt zwischen 8:30 und 16:30 Uhr. Wie viel Selbststudium dazukommt, hängt von Ihrer Vorerfahrung ab. Die 630 Lernstunden verteilen sich über die ganze Ausbildung.
Die Ausbildung erfüllt die EMR-Richtlinien für die Methode Ernährungsberatung. Nach dem Abschluss beantragen Sie aktiv eine EMR-Registrierung, wofür Sie zusätzlich 250 Stunden Beratungserfahrung brauchen. Ob Beratungen erstattet werden, hängt von der jeweiligen Zusatzversicherung Ihrer Kund:innen ab.
Nein. Der dipl. Ernährungscoach ist ein privates Schuldiplom und kein eidgenössischer Abschluss, deshalb gibt es keine Bundesbeiträge und keine 50-Prozent-Rückerstattung. Die Finanzierung läuft über die monatliche Investition. Ihre persönlichen Möglichkeiten schauen Sie in der Bildungsberatung an.
Ihr Weg in die Ernährungsberatung
Wenn Sie wissen wollen, ob der dipl. Ernährungscoach zu Ihrer Situation passt, ist der nächste Schritt ein persönliches Gespräch. In der Bildungsberatung schaue ich mir mit Ihnen Ihre Vorbildung an, kläre den passenden Einstiegspunkt, die sinnvolle Variante (1- oder 2-tägig) und Ihre Finanzierung. Alternativ verschaffen Sie sich an einem Informationsanlass einen Überblick über Inhalte und Ablauf.
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