Bis zu CHF 10’500 zahlt Ihnen der Bund nach einer Umschulung in einen Gesundheitsberuf zurück. Diese Zahl kennen die wenigsten, die mit mir über einen Berufswechsel sprechen. Sie gilt allerdings nur für einen bestimmten Teil der Ausbildungen, und genau diese Unterscheidung entscheidet darüber, was Ihre Umschulung am Ende wirklich kostet.
Eine Umschulung in den Schweizer Gesundheitsbereich läuft berufsbegleitend und dauert je nach Abschluss zwischen rund einem halben Jahr und etwas mehr als drei Jahren. Den Bundesbeitrag von bis zu 50 Prozent der anrechenbaren Kursgebühren erhalten Sie nur bei eidgenössischen Abschlüssen, also bei einer Berufsprüfung mit Fachausweis oder einer höheren Fachprüfung mit eidg. Diplom. Schulinterne Diplomausbildungen an privaten Fachschulen fördert der Bund nicht. Ich zeige Ihnen, welcher Weg zu Ihrer Ausgangslage passt und worauf Sie bei der Förderung achten müssen.
Themenübersicht
- Was bei einer Umschulung mit Vorbildung wirklich zählt
- Die zwei Förderlogiken, die ständig verwechselt werden
- Drei Wege, drei Geschwindigkeiten
- Wie Ihre Vorbildung angerechnet wird
- Was bleibt nach Abzug der Bundesbeiträge
- Wie sich eine Umschulung neben dem Job organisieren lässt
- Häufige Fragen
- Ihr nächster Schritt
Was bei einer Umschulung mit Vorbildung wirklich zählt
Eine Umschulung unterscheidet sich vom klassischen Quereinstieg in einem Punkt. Sie bringen bereits einen Berufsabschluss und mehrere Jahre Arbeitserfahrung mit. Diese Vorbildung ist bei mehreren Gesundheitsberufen willkommen, bei den eidgenössischen Wegen sogar Zulassungsvoraussetzung.
Wer ein eidgenössisches Fähigkeitszeugnis (EFZ) oder einen gleichwertigen Abschluss wie eine Matura besitzt, erfüllt damit eine zentrale Zulassungsbedingung für die anspruchsvolleren Wege im Gesundheitsbereich. Aus Erfahrung bringen Umsteiger:innen aus Büro, Verkauf, Detailhandel oder Pflege genau die Kompetenzen mit, die in Beratungs- und Therapieberufen zählen: strukturiertes Arbeiten, Gesprächsführung und ein sicherer Umgang mit Kund:innen.
Eine Umschulung mit Vorbildung läuft anders als ein Quereinstieg ganz ohne Vorkenntnisse. Dieser Beitrag richtet sich an Sie, wenn Sie eine vorhandene Qualifikation für den nächsten Karriereschritt nutzen wollen, und Ihr Abschluss damit den Zugang zu den anerkannten Wegen öffnet.
Die zwei Förderlogiken, die ständig verwechselt werden
Hier passieren die teuersten Missverständnisse. Es gibt im Gesundheitsbereich zwei völlig getrennte Förderlogiken, und sie haben nichts miteinander zu tun.
Eidgenössische Abschlüsse werden vom Bund über das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) gefördert. Wer einen vorbereitenden Kurs auf eine eidgenössische Berufsprüfung (Fachausweis) oder eine höhere Fachprüfung (eidg. Diplom) besucht, erhält bis zu 50 Prozent der anrechenbaren Kursgebühren zurück. Diese Subjektfinanzierung geht direkt an Sie als lernende Person.
Wichtig ist der Auslöser. Die Auszahlung erfolgt, sobald Sie sich zur eidgenössischen Prüfung anmelden und antreten, also unabhängig vom Prüfungsergebnis. Der Anspruch bleibt während sieben Jahren ab Ausbildungsstart gültig. Ein verbreiteter Irrtum koppelt die Rückerstattung an das Prüfungsresultat. Das stimmt nicht: Massgebend ist der Antritt, nicht das Resultat.
Schulinterne Diplomausbildungen an einer privaten Fachschule folgen einer ganz anderen Logik. Ein Abschluss wie dipl. Berufsmasseur:in oder dipl. Fitnessinstruktor:in ist kein eidgenössischer Titel. Diese Ausbildungen sind in ihrer Branche etabliert, oft QualiCert-zertifiziert oder qualitop-anerkannt, werden aber nicht vom Bund mitfinanziert. Sie tragen die Kosten selbst. Wer hier 50-Prozent-Beiträge verspricht, vermischt zwei Welten.
Drei Wege, drei Geschwindigkeiten
Für eine Umschulung sind drei Bildungswege relevant. Sie unterscheiden sich in Dauer, Anerkennung und Förderung. Welcher passt, hängt davon ab, wie schnell Sie in den Beruf wollen und ob Ihnen ein eidgenössischer Titel wichtig ist.
Die Diplomausbildung als schneller Einstieg. dipl. Berufsmasseur:in ist der pragmatischste Weg in die Massage. Die Ausbildung dauert je nach Variante rund 4 bis 11 Monate und kostet insgesamt CHF 8’378. Eine Erstausbildung ist nicht erforderlich. Sie arbeiten danach in Massagepraxen, Wellness- und Fitnesszentren oder selbstständig. Bundesbeiträge gibt es für diesen Weg nicht.
Die eidgenössische Berufsprüfung mit Fachausweis. Medizinische:r Masseur:in mit eidg. Fachausweis ist der anerkannte Therapieberuf im physikalisch-medizinischen Bereich. Die Vorbereitung dauert rund 2 Jahre und 6 Monate, das Investitionstotal liegt bei CHF 41’466. Voraussetzung ist ein EFZ oder ein gleichwertiger Abschluss. Der Bund unterstützt diese Ausbildung mit Beiträgen von bis zu CHF 9’500.
Die höhere Fachprüfung mit eidg. Diplom. Das ist die höchste Stufe der höheren Berufsbildung. Naturheilpraktiker:in mit eidg. Diplom in Traditioneller Europäischer Naturheilkunde dauert rund 3 Jahre und 4 Monate (Total CHF 52’850, Bundesbeitrag bis zu CHF 10’500). Psychosoziale:r Berater:in mit eidg. Diplom dauert rund 3 Jahre (Total CHF 17’162, Bundesbeitrag bis zu CHF 8’349). Beide Wege führen in eine eigenständige Berufstätigkeit.
Wie Ihre Vorbildung angerechnet wird
Eine Umschulung bedeutet selten, dass Sie bei null beginnen. An der Prävensana bauen die Diplomausbildungen modular aufeinander auf. Nach einem Diplomabschluss können Sie sich innert fünf Jahren auf einen höheren Abschluss aufschulen, ohne die gemeinsamen Module noch einmal zu absolvieren.
Ein konkretes Beispiel: Wer als dipl. Berufsmasseur:in startet, sammelt bereits die medizinischen Grundlagen und die klassische Massage. Diese Stunden zählen, wenn Sie später zur/zum Medizinische:n Masseur:in mit eidg. Fachausweis weitergehen. So sparen Sie Zeit und Ausbildungskosten.
Bei den eidgenössischen Wegen kommt ein zweiter Mechanismus dazu. Für die Zulassung zur höheren Fachprüfung lassen sich Berufserfahrung und absolvierte Module über ein Gleichwertigkeitsverfahren der jeweiligen Trägerorganisation anrechnen. Übrigens: Gerade bei der psychosozialen Beratung verlangt der Verband neben der Ausbildung mehrere Jahre Beratungspraxis. Ein Teil dieser Stunden lässt sich aus dem Ausbildungskontext übernehmen, der grössere Teil sammelt sich in den ersten Berufsjahren an.
Was bleibt nach Abzug der Bundesbeiträge
Die Bruttozahlen wirken auf den ersten Blick hoch. Bei den eidgenössischen Wegen verändert der Bundesbeitrag das Bild deutlich. Bei der Medizinischen Massage reduziert ein Beitrag von bis zu CHF 9’500 das Total von CHF 41’466 spürbar. Beim eidg. Diplom in psychosozialer Beratung stehen bis zu CHF 8’349 einem Total von CHF 17’162 gegenüber.
Eine ehrliche Einordnung gehört dazu. Die genannten Bundesbeiträge sind Höchstbeträge, und die exakte Höhe hängt von den anrechenbaren Kursgebühren und Ihrer persönlichen Situation ab. Die aktuelle Höhe ordne ich gerne im persönlichen Beratungsgespräch mit Ihnen ein.
Für die schulinternen Diplomausbildungen gilt: Hier rechnen Sie mit dem vollen Investitionstotal. Bei dipl. Berufsmasseur:in sind das CHF 8’378. Wie sich das über Raten und allfällige weitere Unterstützungen verteilen lässt, klären Sie am besten direkt in der Bildungsberatung.
Wie sich eine Umschulung neben dem Job organisieren lässt
Die meisten Umsteiger:innen können ihren bisherigen Lohn nicht von einem Tag auf den anderen aufgeben. Deshalb sind alle Lehrgänge berufsbegleitend und modular aufgebaut. Sie reduzieren Ihr Pensum nach Bedarf und behalten ein Einkommen, während Sie sich umschulen.
Der Unterricht findet an den Standorten Bern, Rapperswil und Zürich statt, einzelne Module laufen online oder zentral. Praxisnähe ist dabei das Prinzip: Sie üben Befunderhebung, Massagetechniken oder Beratungsgespräche direkt am Menschen statt nur in der Theorie. Dieser modulare, praxisnahe Aufbau macht den Wechsel neben Familie und Beruf realistisch.
Lehrgänge & Anschlussmöglichkeiten
Medizinische:r Masseur:in mit eidg. Fachausweis
Der anerkannte Weg: Vorbereitung auf die eidgenössische Berufsprüfung, rund 2 Jahre 6 Monate, Bundesbeitrag bis zu CHF 9’500. Voraussetzung: EFZ oder gleichwertig.
dipl. Berufsmasseur:in
Der schnelle Einstieg: rund 4 bis 11 Monate, Total CHF 8’378, keine Erstausbildung erforderlich. Solide Basis für den späteren Aufstieg zur Medizinischen Massage.
Psychosoziale:r Berater:in mit eidg. Diplom
Begleiten statt behandeln: rund 3 Jahre, Total CHF 17’162, Bundesbeitrag bis zu CHF 8’349. Für die Arbeit ausschliesslich mit psychisch gesunden Menschen in belastenden Lebenssituationen.
Naturheilpraktiker:in mit eidg. Diplom (TEN)
Der eigene Heilberuf: rund 3 Jahre 4 Monate, Total CHF 52’850, Bundesbeitrag bis zu CHF 10’500. Voraussetzung: EFZ oder gleichwertig.
Häufige Fragen
Nein. Bundesbeiträge gibt es nur für vorbereitende Kurse auf eine eidgenössische Berufsprüfung (Fachausweis) oder eine höhere Fachprüfung (eidg. Diplom). Schulinterne Diplomausbildungen wie dipl. Berufsmasseur:in oder dipl. Fitnessinstruktor:in sind private Schuldiplome ohne Bundesbeiträge. Welcher Weg in Ihrem Fall förderfähig ist, klären Sie am besten im Beratungsgespräch.
Nein. Der Bundesbeitrag wird ausgelöst, sobald Sie zur eidgenössischen Prüfung antreten, unabhängig vom Ergebnis. Sie reichen Ihr Gesuch innerhalb von sieben Jahren ab Ausbildungsstart ein. Das Bestehen der Prüfung ist keine Bedingung für die Rückerstattung.
Das hängt vom Abschluss ab. Für dipl. Berufsmasseur:in ist keine Erstausbildung nötig. Für die eidgenössischen Wege wie Medizinische:r Masseur:in oder Naturheilpraktiker:in brauchen Sie ein EFZ oder einen gleichwertigen Abschluss wie eine Matura. Ihr bisheriger Beruf spielt dabei keine Rolle, der formale Abschluss schon.
Ja. Alle Lehrgänge laufen berufsbegleitend und modular. Sie reduzieren Ihr Arbeitspensum nach Bedarf und behalten so ein Einkommen, während Sie sich umschulen. Der Unterricht findet in Bern, Rapperswil und Zürich statt, einzelne Module laufen online.
Häufig ja. Die Diplomausbildungen sind modular aufgebaut. Wer als dipl. Berufsmasseur:in startet, kann sich innert fünf Jahren auf die Medizinische Massage mit eidg. Fachausweis aufschulen und bereits absolvierte Module anrechnen lassen. So wird der schnelle Einstieg zur ersten Stufe eines längeren Weges.
Ihr nächster Schritt
Welcher Weg zu Ihrer Vorbildung, Ihrem Zeitbudget und Ihrem Ziel passt, lässt sich am besten im Gespräch klären. Im Beratungsgespräch zeige ich Ihnen, welche Abschlüsse förderfähig sind, was nach Abzug der Bundesbeiträge übrig bleibt und wie Sie die Umschulung neben Ihrem Job organisieren.
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