Das Wichtigste in Kürze
- Abschluss: Schulabschluss «Dipl. Medizinische:r Masseur:in» an der Prävensana, mit Vorbereitung auf die eidgenössische Berufsprüfung. Den eidg. Fachausweis erwerben Sie danach an einer separaten externen Prüfung der OdA MM.
- Für wen: Menschen mit EFZ oder gleichwertigem Abschluss, die manuell mit Patient:innen arbeiten und einen geschützten Titel im Gesundheitswesen anstreben.
- Dauer: ca. 2 Jahre und 6 Monate berufsbegleitend, 1’408 Präsenz-Lernstunden (Lernaufwand total rund 2’760 Stunden), zuzüglich klinisches Praktikum.
- Kosten: CHF 41’466 Investitionstotal (Ausbildung CHF 38’016, Examen CHF 3’150, Einschreibung CHF 300).
- Bundesbeiträge: Der Bund unterstützt diese Ausbildung mit bis zu CHF 9’500, ausbezahlt nach Antritt der eidgenössischen Berufsprüfung, unabhängig vom Ergebnis.
Seit der Revision der höheren Berufsbildung 2018 läuft die Bundesförderung der eidgenössischen Massageberufe direkt über die Lernenden. Das hat den Weg zum Titel «Medizinische:r Masseur:in mit eidg. Fachausweis, Professional Bachelor» für Quereinsteigende spürbar geöffnet. Ich nehme diesen Weg hier sauber auseinander, von der Diplomausbildung über die Berufsprüfung bis zur Frage, wer am Ende wie viel zurückbekommt.
Themenübersicht
- Was Medizinische Masseur:innen tun
- Die Ausbildung an der Prävensana
- Inhalte: Was Sie konkret lernen
- Voraussetzungen für die Diplomausbildung
- Vom Diplom zum eidg. Fachausweis
- Kosten und Bundesbeiträge
- Anerkennung und Krankenkassen
- Anschluss- und Weiterbildungsmöglichkeiten
- Häufige Fragen
- So starten Sie
Was Medizinische Masseur:innen tun
Medizinische Masseur:innen sind Fachpersonen im physikalisch-medizinischen Bereich. Mit manuellen und apparativen Methoden der Gewebemobilisation arbeiten sie gezielt an Gewebe, Organen und Körpersystemen. Im Zentrum stehen bewährte, vor allem passive Techniken gegen Schmerzen, Fehlhaltungen und Verspannungen.
Sie behandeln auf eigenen Auftrag von Patient:innen, auf ärztliche Anordnung oder in Zusammenarbeit mit anderen Gesundheitsfachpersonen. Eingesetzt werden Sie in Physiotherapie- und Massagepraxen, in Spitälern, in Rehabilitationskliniken, in Alters- und Pflegezentren oder selbstständig in der eigenen Praxis.
Der Beruf grenzt sich klar vom Wellnessbereich ab. Wer eine entspannende Massage anbietet, arbeitet mit gesunden Kund:innen. Medizinische Massage geht weiter: Sie erheben einen Befund, leiten daraus einen Behandlungsplan ab, dokumentieren den Verlauf und stimmen sich im interdisziplinären Umfeld ab. Diesen Anspruch deckt erst eine eidgenössisch anerkannte Ausbildung ab.
Die Ausbildung an der Prävensana
An der Prävensana absolvieren Sie eine berufsbegleitende Diplomausbildung mit Vorbereitung auf die eidgenössische Berufsprüfung. Sie umfasst 1’408 Präsenz-Lernstunden über rund 2 Jahre und 6 Monate. Dazu kommen angeleitetes Selbststudium und Selbstlernzeit, sodass der gesamte Lernaufwand auf rund 2’760 Stunden anwächst. Diesen Wert nenne ich bewusst, damit Sie die Belastung neben Beruf und Familie realistisch einschätzen.
Der Präsenzunterricht läuft von 8:30 bis 12:00 und von 13:00 bis 16:30 Uhr. Sie wählen einen der drei Standorte:
- Bern
- Rapperswil
- Zürich
Den Abschluss bilden ein Konzept, das als Diplomarbeit gilt, und ein praxisnahes klinisches Praktikum von sechs Monaten Vollzeit, in Teilzeit entsprechend länger. Mit dem Prävensana-Diplom erfüllen Sie die fachlichen Modulkompetenzen für die externe Berufsprüfung der Organisation der Arbeitswelt Medizinischer Masseure (OdA MM), die zum eidgenössischen Fachausweis führt. Die Prävensana, eine Fachschule der Vantage Education Group, unterrichtet als akkreditierter Bildungsanbieter nach den Bestimmungen der OdA MM und folgt den Richtlinien von EMR und ASCA.
Inhalte: Was Sie konkret lernen
Die Ausbildung verbindet Handwerk, Fachwissen und berufliche Haltung. Im praktischen Teil bauen Sie ein breites Behandlungsspektrum auf:
- Klassische Massage und Sportmassage
- Bindegewebsmassage
- Manuelle Lymphdrainage
- Fussreflexzonen-Therapie
- Myofasziale Triggerpunkt-Therapie und Taping
- Hydro-, Thermo- und Elektrotherapie
Der theoretische Teil sorgt dafür, dass Sie verstehen, was Sie tun. Medizinische Grundlagen über zehn Module bauen Anatomie, Physiologie und Pathologie systematisch auf. Clinical Reasoning hilft Ihnen, eine Behandlung zu planen, anzupassen und zu begründen. Berufskunde, Praxisführung und Ethik runden das Profil ab.
Diese Mischung aus Handwerk und Fachwissen erklärt den Umfang der Ausbildung. Sie verlassen die Schule mit einer eigenen Behandlungslogik, nicht mit auswendig gelernten Griffen. Übrigens: Die acht Kompetenznachweise, die Sie unterwegs erarbeiten, sind genau jene, die Sie später für die Zulassung zur eidgenössischen Prüfung brauchen.
Voraussetzungen für die Diplomausbildung
In der Regel benötigen Sie für den Einstieg:
- ein vollendetes 18. Lebensjahr
- körperliche und geistige Gesundheit
- gute Deutschkenntnisse in Wort und Schrift
- einen guten Leumund
- einen erfolgreichen Berufsabschluss mit eidgenössischem Fähigkeitszeugnis (EFZ) oder einen gleichwertigen Abschluss wie die Matura
- ein internetfähiges Gerät für die Lernplattform
Eine Vorbildung im Gesundheitsbereich ist kein Muss. Berufsmasseur:innen, Fussreflexzonen- oder Lymphdrainage-Therapeut:innen bringen bereits viel mit, doch auch ein direkter Quereinstieg aus einem anderen Beruf ist üblich. Sind Sie unsicher, ob Ihr Abschluss als gleichwertig zählt, kläre ich das mit Ihnen im persönlichen Gespräch.
Vom Diplom zum eidg. Fachausweis
Die Prävensana-Diplomausbildung und der eidgenössische Fachausweis sind nicht dasselbe. Diese Trennung ist der wichtigste Punkt im ganzen Beitrag.
Die Diplomausbildung schliesst mit dem Prävensana-Schulabschluss «Dipl. Medizinische:r Masseur:in» ab. Damit haben Sie eine fundierte fachliche Grundlage und die geforderten Modulkompetenzen. Den geschützten eidgenössischen Titel erwerben Sie an einer separaten externen Berufsprüfung der OdA MM. Diese Prüfung findet unabhängig von der Schule statt, so sieht es das System der höheren Berufsbildung vor.
Zur Berufsprüfung zugelassen werden Sie laut Prüfungsordnung der OdA MM in der Regel, wenn Sie über einen Abschluss auf Sekundarstufe II verfügen, die erforderlichen Kompetenznachweise vorweisen und das geforderte klinische Praktikum absolviert haben. Praktisch heisst das: Sie schliessen die Ausbildung ab, sammeln die nötige Praxis und melden sich anschliessend zur Berufsprüfung an. Mit Bestehen führen Sie den geschützten Titel «Medizinische:r Masseur:in mit eidg. Fachausweis, Professional Bachelor».
Den geschützten Titel braucht es, weil er die breite Anerkennung durch die Register EMR und ASCA und damit die Abrechnung über die Zusatzversicherungen Ihrer Patient:innen ermöglicht. Einen Überblick über die eidgenössischen Abschlüsse im Gesundheitswesen gibt der Beitrag Eidgenössische Fachausweise im Gesundheitswesen.
Kosten und Bundesbeiträge
Das Investitionstotal der Diplomausbildung beträgt CHF 41’466. Darin enthalten sind die Ausbildung mit CHF 38’016, die Examenskosten mit CHF 3’150 und die Einschreibegebühr mit CHF 300. Skripte, Unterrichtsmaterialien, Bücher, Prüfungsgebühren und die Diplomarbeitsbewertung sind in diesem Betrag inbegriffen. Die Aufteilung in monatliche Raten bespreche ich mit Ihnen individuell.
Auf den Weg zum eidgenössischen Fachausweis gewährt der Bund eine Subjektfinanzierung. Das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) erstattet bis zu 50% der anrechenbaren Kursgebühren, bei einer Berufsprüfung auf eine Obergrenze von Fr. 19’000 gerechnet. Für diese Ausbildung bedeutet das einen Beitrag von bis zu CHF 9’500. Drei Punkte sind dabei zentral:
- Der Beitrag ist an den Antritt der eidgenössischen Berufsprüfung geknüpft, nicht an die Diplomausbildung als solche. Er wird ausbezahlt, sobald Sie zur Prüfung antreten, und zwar unabhängig vom Prüfungsergebnis.
- Sie zahlen die Ausbildung zunächst regulär. Die Rückerstattung beantragen Sie danach beim SBFI.
- Der Anspruch gilt während 7 Jahren ab Ausbildungsstart. Die aktuelle Höhe des Beitrags bespreche ich gerne mit Ihnen im persönlichen Beratungsgespräch.
Wer aus einem verwandten Beruf kommt, etwa als dipl. Berufsmasseur:in, kann sich bereits erbrachte Kompetenzen anrechnen lassen und spart so Zeit und Kosten. Welche Anrechnung in Ihrem Fall möglich ist, prüfe ich mit Ihnen vorab.
Anerkennung und Krankenkassen
Die Ausbildung erfüllt die Anforderungen des Erfahrungsmedizinischen Registers (EMR) und der ASCA für die Methode «Med. Masseur mit eidg. Fachausweis». Für die EMR-Registrierung benötigen Sie nach der Ausbildung Patientenerfahrung und/oder ein anerkanntes Praktikum. Die Registrierung ist die Grundlage dafür, dass Ihre Patient:innen Behandlungen über die Zusatzversicherung ihrer Krankenkasse abrechnen können, nicht über die obligatorische Grundversicherung.
Für eine eigene Praxis kommt je nach Kanton eine Praxisbewilligung dazu. Die Gesundheitsgesetze der 26 Kantone regeln, welche Berufe eine Berufsausübungsbewilligung brauchen. Die Auskunft dazu erteilt die Gesundheitsdirektion in Ihrem Wohn- oder Praxiskanton.
Anschluss- und Weiterbildungsmöglichkeiten
Die medizinische Massage ist ein solider Ausgangspunkt für weitere Spezialisierungen. Innert fünf Jahren nach Ihrem Diplomabschluss können Sie an der Prävensana auf weiteren Diplomausbildungen aufbauen und sparen dabei Zeit und Ausbildungskosten. Naheliegend sind:
- Naturheilpraktiker:in, wenn Sie Ihren Zugang in Richtung Komplementärmedizin erweitern wollen.
- Mentaltrainer:in, wenn Sie die körperliche Behandlung um mentale Begleitung ergänzen möchten.
- Ernährungscoach, wenn Ernährungsfragen in Ihrer Beratung einen Platz erhalten sollen.
Lehrgänge & Anschlussmöglichkeiten
Medizinische:r Masseur:in mit eidg. Fachausweis, Professional Bachelor
Der eidgenössische Weg: Berufsbegleitende Diplomausbildung mit Vorbereitung auf die eidg. Berufsprüfung. Bundesbeitrag bis CHF 9’500 nach Prüfungsantritt.
Dipl. Berufsmasseur:in
Schnellerer Einstieg in die Massagepraxis und Grundlage, um später auf den eidg. Fachausweis aufzubauen.
Dipl. Therapeutische:r Masseur:in
Therapeutisch orientierte Diplomausbildung als möglicher Zwischenschritt im Massagebereich.
Häufige Fragen
Nein. Vorausgesetzt sind ein EFZ oder ein gleichwertiger Abschluss wie die Matura, gute Deutschkenntnisse und gesundheitliche Eignung. Ihr bisheriger Beruf spielt keine Rolle, solange Sie bereit sind, sich über zweieinhalb Jahre auf Theorie und Praxis einzulassen.
Das Diplom ist Ihr Schulabschluss und qualifiziert Sie für die Berufsprüfung. Den eidgenössischen Fachausweis erwerben Sie an einer separaten Prüfung der OdA MM. Erst dieser Titel ist gesamtschweizerisch geschützt und öffnet die breite EMR- und ASCA-Anerkennung.
Der Bund erstattet bis zu 50% der anrechenbaren Kursgebühren, für diese Ausbildung bis zu CHF 9’500. Ausgelöst wird die Rückerstattung durch den Antritt zur eidgenössischen Berufsprüfung, unabhängig vom Ergebnis. Den Antrag stellen Sie nach der Prüfung beim SBFI, der Anspruch gilt 7 Jahre ab Ausbildungsstart.
Ja, sie ist berufsbegleitend aufgebaut. Planen Sie neben dem Präsenzunterricht das angeleitete Selbststudium und die Selbstlernzeit realistisch ein, damit der Lernaufwand von rund 2’760 Stunden über die zweieinhalb Jahre tragbar bleibt.
Dann bringen Sie bereits anrechenbare Kompetenzen mit. Berufsmasseur:innen, Fussreflexzonen- und Lymphdrainage-Therapeut:innen können auf die medizinische Massage aufbauen und ihren Titel mit dem geschützten eidgenössischen Fachausweis absichern. Welche Anrechnung möglich ist, prüfe ich mit Ihnen vorab.
So starten Sie
Der nächste Schritt ist überschaubar: ein persönliches Gespräch. Im Beratungsgespräch schaue ich mir mit Ihnen Ihre Voraussetzungen an, ordne die Anrechnung früherer Ausbildungen ein und kläre offene Fragen zu Finanzierung, Bundesbeiträgen und Zeitplan. So sehen Sie schnell, welcher Start für Sie realistisch ist.
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