Was macht ein:e Mentaltrainer:in oder Mentalcoach? Berufsalltag, Perspektiven, Anerkennung und Ausbildungswege

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Mentales & Psychosoziales · Corinne Castellarin

Sie möchten Menschen dabei unterstützen, Ziele klarer zu formulieren, Stress besser zu regulieren und mentale Stärke im Alltag aufzubauen? Dabei stolpern Sie bei der Recherche wahrscheinlich über zwei Begriffe, die oft vermischt werden: Mentaltrainer:in und Mentalcoach.

Beide Wege setzen bei mentalen Techniken an – unterscheiden sich aber in Tiefe und Anwendung. In diesem Beitrag erfahren Sie, was die beiden Ausbildungen ausmacht und worauf es bei der Wahl wirklich ankommt.

Mentaltraining vs. Mentalcoaching: Wo liegt der Unterschied?

Als Mentaltrainer:in steigen Sie ein und setzen sich mit dem Zusammenspiel von Bewusstsein, Unterbewusstsein und Gedanken auseinander, das unser Handeln massgeblich steuert. Dabei spielt uns der Verstand manchmal Streiche, etwa durch negative Denkmuster, Selbstzweifel oder das Festhalten an der Komfortzone. Mentaltraining hilft, diese Muster zu erkennen, Gedanken durch Techniken bewusster zu lenken und Klarheit über persönliche Ziele und Ressourcen zu gewinnen.

Als Mentalcoach vertiefen Sie Ihr Wissen durch fortgeschrittene Techniken und lernen, diese gezielt im Coachingprozess anzuwenden. Schritt für Schritt setzen Sie die einzelnen Bausteine für ein erfolgreiches Coaching zusammen und werden sowohl in Einzel- als auch Gruppencoachings geschult. So wachsen Sie fachlich und persönlich in die Rolle als Coach hinein und lernen, Menschen nachhaltig zu unterstützen. Nach erfolgreichem Abschluss sind Sie fit, Ihre Berufung zu starten und mit Kunden zu arbeiten.

Wichtig ist dabei die professionelle Abgrenzung: Mentaltraining/-coaching ist in der Regel kein Ersatz für Psychotherapie. In der Schweiz wird Psychotherapie als Behandlung von seelischem Leiden beschrieben (z. B. Ängste, Depression, Zwänge) und ist im System klar geregelt. Ein seriöses Coaching richtet sich typischerweise an psychisch gesunde Menschen und verweist bei Anzeichen einer Erkrankung weiter.

Wie sieht der Berufsalltag aus?

Der Alltag hängt stark davon ab, wo Sie arbeiten. Häufig sieht er so aus:

In Einzelsettings führen Sie strukturierte Gespräche, klären Ziele und Ausgangslage, wählen passende Übungen aus und geben „Training» für den Alltag mit. In Gruppen oder Kursformaten vermitteln Sie Techniken, üben diese an und leiten an (z. B. Entspannung, Aktivierung, Fokus).

Viele Coaches arbeiten zudem mit Menschen (oder Teams) im beruflichen und persönlichen Kontext an Umsetzung, Handlungsspielraum und Reflexion.

Typische Themen, mit denen Sie arbeiten

Im mentalen Training/Coaching begegnen Ihnen oft Themen wie:

  • Zielklarheit und Umsetzung (Dranbleiben, Prioritäten)
  • Stressmanagement und Prävention
  • Ressourcenarbeit, Selbstwirksamkeit, Motivation
  • Entspannungstechniken (z. B. autogenes Training – je nach Ausbildung)
  • Zeitmanagement und Abgrenzung
  • Gruppenangebote (Workshops, Trainings, Kursreihen)

Wo und wie arbeitet man?

Mentaltrainer:innen und Mentalcoaches arbeiten häufig:

  • selbstständig (eigene Praxis/Coachingraum, online oder hybrid),
  • in Bildungs- oder Kurssettings (Workshops, Programme),
  • im Unternehmenskontext (z. B. als externe Coach:innen/Trainer:innen),
  • im Sportkontext als Unterstützung für Einzelsportler:innen oder Teams (als Einzelcoach oder bei Verbänden und Clubs),
  • ergänzend in gesundheitsnahen Settings (z. B. mit Fokus auf Prävention/Stressregulation – je nach Ausrichtung und Netzwerk).

Ob Sie eher Richtung Einzelcoaching oder Gruppenarbeit gehen, hängt oft davon ab, ob Sie lieber begleiten (Coach) oder stärker anleiten und trainieren (Trainer:in) – viele kombinieren beides.

Krankenkassenanerkennung: Was ist realistisch – und was eher nicht?

Hier lohnt sich ein klarer Realitätscheck: „Krankenkassenanerkennung» wird im Coaching-Umfeld oft pauschal erwähnt, ist aber nicht automatisch gegeben.

Einige Versicherer halten ausdrücklich fest, dass sie Coachings/Beratungen in der Regel nicht übernehmen, nennen aber gleichzeitig einzelne Beiträge im Rahmen bestimmter Zusatzversicherungen für ausgewählte Online-Coaching-Angebote.

Für Sie bedeutet das in der Planung ganz konkret:

  • Rechnen Sie im Mentalcoaching häufig mit Selbstzahler:innen.
  • Wenn ein Vergütungsaspekt wichtig ist, klären Sie ihn immer fallbezogen (Versicherung + Produkt + Anbieter/Programm). Pauschale Aussagen führen hier schnell in die Irre.

Wenn Sie schnell Klarheit wollen

Die entscheidende Frage ist: Welcher Weg passt am besten zu Ihnen? Möchten Sie Ihre eigenen Fallstricke erkennen und verstehen, was Zielsetzung wirklich bedeutet – oder gehen Sie einen Schritt weiter und begleiten Menschen im Rahmen eines Coachings auf ihrem Weg?

Bei beiden Ausbildungswegen steht es offen, die Ausbildung fortzuführen und einen eidgenössischen Titel zu erwerben, um noch tiefer in die Welt der Psychologie einzutauchen.

Lassen Sie sich von uns persönlich und kostenlos beraten, welcher Weg für Sie der richtige ist – damit Sie ohne Umwege die richtige Entscheidung treffen können.

Corinne Castellarin

Autor:in

Corinne Castellarin

Gesamtschulleiterin

Passende Ausbildung

Dipl. Mentalcoach

Dipl. Mentalcoach

In dieser Ausbildung eignen Sie sich das nötige Wissen sowie diverse Mentaltechniken an, um Menschen dabei zu unterstützen, ihre Visionen präziser umzusetzen und ihre Ziele schneller und einfacher zu erreichen.

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